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Bericht vom 21. Esel- und Mulitreffen

am 22. und 23. August 2009

in Forst

Fernsehbericht über das Eseltreffen von Kraichgau.tv
Bericht über das Eseltreffen in Willy

Unser Thema:

Esel und Mulis - Wir wollen was tun!


Ergebnisse und Bericht aus der EselPost 86

Wettbewerb Erster Platz Zweiter Platz Dritter Platz
Fahren zweispännig Claudia und Poldie von Maily Frieden Nory vom Haarholz und Nadinka von zwei Linden von Tine Klausmann Gimli und Ron von David Brauch
Hindernisparcours Lotte von Heike Wulke Lali von Brigitte Engel Claudia von Maily Frieden
Jugendcup Rosalie mit Maria Plappert Shir Del von zwei Linden mit Maren Brandt Konrad vom Rötelsbach mit Lena Raddatz
Zugleistung Liesel von zwei Linden von Tine Klausmann Rosine von Beate Marienfeld Sunny von Heike Wulke
Reiten Esel Liesel von zwei Linden von Tine Klausmann n. a. n. a.
Reiten Muli Primus von Monika Bellemann Lali von Brigitte Engel n. a.
Führklasse Josefine von Inge Zimmermann SHS Bongo von Christa Rein Paul vom Rötelsbach von Friedrich Bauer
Fahren einspännig Konrad vom Rötelsbach von Friedrich Bauer Little Joe von Charlotte und Harald Wiesler Rosine von Beate Marienfeld
Führzügelklasse Jonathan von Walter Geißler Sunny von Heike Wulke Liesel von zwei Linden von Tine Klausmann
*

Den Einspänner-Fahrwettbewerb gewann der 8-jährige Konrad vom Rötelsbach mit Ingrid Bauer.

Beste Tiere des Treffens
Rangfolge Name des Tieres Beschreibung Eigentümer
1 Shir Del von zwei Linden Eselwallach, 6 Jahre Tine Klausmann
2 Lotte Mulistute, 7 Jahre Heike Wulke
3 Nadinka von zwei Linden Eselstute, 7 Jahre Tine Klausmann
4 Primus Muliwallach, 10 Jahre Monika Bellemann
5 Benjamin Eselwallach, 7 Jahre Jeannette Lichtenstein
6 Laila Eselstute, 6 Jahre Tine Klausmann
7 Ron Eselwallach, 6 Jahre Klaus Brauch
8 Little Joe Eselwallach, 10 Jahre Charlotte Wiesler
9 Nestor Eselwallach, 8 Jahre Barbara Bank
10 Herkules Eselwallach, 8 Jahre Tanja Fichter

Bestes Tier des Treffens wurde der 6-jährige Wallach Shir Del von zwei Linden.

Siegerlisten Bewertung in der Gruppe
Bewertungsgruppe Name des Tieres Eigentümer Punkte/ Klasse Anz. vorgest. Tiere
1 (Großeselhengste) n. a. n. a. 0
2 (Hengste jünger als 3 Jahre) Filou Astrid Stürz 98,50 / II 1
3 (Hengste 3 bis 5 Jahre) Quinto Borwin Bützow 99 / II 2
4 (Hengste älter als 5 Jahre) Filius Astrid Stürz 105,75 / I 4
5 (Wallache) Shir Del von zwei Linden Tine Klausmann 104,5 20
6 (Großeselstuten) Mia Charlotte Wiesler 101 / I 4
7 (Stuten 9 Monate bis 2 Jahre) Amalia vom Braunsland Jürgen Maurer 103,25 / I 6
8 (Stuten 3 bis 5 Jahre) Sonnet Silke Deufel 103,5 / I 6
9 (Stuten älter als 5 Jahre) Amanda vom Braunsland Jügen Maurer 101,25 / I 9
10 (Maultiere und Maulesel) Lotte Heike Wulke 103,75 / I 4


Frau Anna Jensen, Frau Angela Baumann-Jost, Frau Melanie Scherer sowie Herr Sören Meyer stellten diesmal unser Richterteam für die Exterieurbewertung dar.

Strahlender Sonnenschein begrüßt das 21. Eseltreffen am Samstag und Sonntag den 22. und 23. August 2009.

Die Wettergötter hatten es wirklich gut gemeint für das 21. Eseltreffen auf dem Gelände des Reit- und Fahrvereins Forst 1932 e.V., auf dem nun schon zum

9. Mal das große Jahrestreffen der IGEM stattfand. Die schwüle Tropenhitze des Donnerstags spülte ein kräftiger Regenschauer wie bestellt bis zum Freitagabend weg, so dass Tiere, Teilnehmer und Gäste am Samstag und Sonntag das Treffen bei perfekten Temperaturen und Sonnenschein genießen konnten.

Die Beteiligung brach diesmal alle Rekorde. Unser bewährter Meldestellenleiter Bernd Schmutz registrierte 47 Teilnehmer mit genau 100 gemeldeten Tieren.

Bereits am Freitagnachmittag fand die Forster Eselwerkstatt regen Andrang und wurde allgemein sehr gelobt. Interessierte konnten zwischen Workshops in Eselfotografie, Bodenarbeit, Reiten, Fahren, Grundlagen der Eselhaltung und Knotenhalfterknüpfen wählen.

Im Jugendcup traten am Samstagvormittag gewaltige 29 Teams an. Maria Plappert und ihre 10-jährige Rosalie konnten diesen Wettbewerb für sich entscheiden, sie gingen mit 95 von 100 möglichen Punkten ins Ziel. In fast derselben Zeit und punktemäßig gleichauf folgten Maren Brandt mit dem Gesamtsieger des Treffens, dem 6-jährigen Eselwallach Shir Del von zwei Linden, und Lena Raddatz mit Konrad vom Rötelsbach auf Platz Zwei und Drei.

Im Hindernisparcours lagen wie schon letztes Jahr auch diesmal die Mulis klar in Führung. Mulistute Lotte von Heike Wulke gehörte auch heuer wieder zum Spitzentrio, mit der Glanzleistung von 99 von 100 möglichen Punkten und einer der besten Zeiten schafften die beiden diesmal Platz eins. Ebenfalls nahezu fehlerfrei erarbeiteten sich die 8-jährige Mulistute Lali geführt von Brigitte Engel den zweiten Platz. Bronze ging diesmal an Claudia und Maily Frieden, die in der Tagesbestzeit von weniger als drei Minuten den Parcours durcheilten und am Ende punktemäßig knapp hinter Brigitte und Lali lagen.

Ein großes Dankeschön gebührt unserem Jugendvorstand, Sandra Lindenau und Rosa Maria Cramer, die diesen Wettbewerb vorbereiteten und leiteten. Felicitas Frädrich beobachtete, dass die Tiere insgesamt auch dieses Jahr schon wieder ein wenig führiger geworden sind. Besonders das Hängergehen und der Wassergraben klappten heuer besonders gut, fand Felicitas. Und wieder einmal zeigten uns unsere Kinder die herausragenden Leistungen auf dem Hindernisparcours, denn viele Esel gehen an der Hand von Kindern und Jugendlichen sichtbar vertrauensvoller durch die Hindernisse, als von Erwachsenen geführt. Hut ab!


Um den Zugwettbewerb, der mit 12 Teams enorm gut besetzt war, kümmerten sich dieses Jahr Elke Tetzlaff und Barbara Feldmann. Mit der besten Punktzahl und einer guten Zeit ging Liesel von zwei Linden, gefahren von der erst 12-jährigen Luisa Storz, als Siegerin durchs Ziel. Mit einem Punkt weniger, aber nahezu Bestzeit erreichte Beate Marienfeld mit ihrer Rosine Platz Zwei. Den dritten Platz konnten Heike Wulke und ihre 13-jährige Eselstute Sunny erringen. Unser neuer, allgemein als sehr sympathisch und fachkundig empfundener Zugleistungsrichter und Arbeitspferdeprofi Ralf Zauner zeigte sich sehr angetan von den Leistungen der teilnehmenden Tiere und Zugführer, riet aber auch aus Gründen der Sicherheit eingehend dazu, die Leinen während des Anschirrens keinesfalls aus der Hand zu legen.

Ausgesprochen gut besucht war wieder der Noteselhilfestand. Heike Wulke berichtet "rundum zufrieden" von einigen neuen Mitgliederanmeldungen und neuen Pflegestellen sowie erfreulich hohem Absatz der NEH-Artikel wie den Stecken-Eseln, jeder Menge NEH-Kalender und nicht zuletzt immerhin 49 von Kindern bemalten Holzeseln. Viele Fragen drehten sich auch am NEH-Stand um die richtige Pflege, Haltung und Nutzung von Eseln, so dass Heike sich gelegentlich einen am Hindernisparcours wartenden Esel schnappte und ihrem Besucher einen kleinen "Instant-Bodenarbeitsworkshop" gab.

Frau Anna Jensen (Dressur- und Springreitrichterin), Frau Angela Baumann-Jost (FN-Fahrausbilderin und Fahrrichterin), Frau Melanie Scherer (Leiterin der Lehrschmiede der Uni Gießen) sowie zum ersten Mal dabei Herr Sören Meyer (Human-Physiotherapeut und Pferdeosteotherapeut am DIPO) stellten diesmal unser Richterteam für die Exterieurbewertung. In unermüdlicher Arbeit bewerteten die vier bis in den frühen Samstagabend hinein insgesamt 56 Esel und Mulis nach jeweils 10 Kriterien der äußeren Erscheinung, des Körperbaus, der Gänge und mehr. Unsere Richter lobten die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Bewertungsteilnehmer, sie waren auch von deren Geduld beim manchmal auch längeren Warten vor und der guten Kooperation während der Bewertung sehr positiv beeindruckt.

Das jahrelange Bemühen des Vereins um die verantwortungsvolle Zucht mit qualitativ geeigneten Tieren fand sich dieses Jahr erneut erfolgreich bestätigt. Mehr als die Hälfte der Tiere auf den vorderen drei Plätzen in den verschiedenen Gruppen der Exterieurbewertung sind Nachkommen von Tieren, die als "Deutscher Zuchtesel der IGEM" registriert sind und damit bereits in der Vergangenheit ihre hohe Qualität, Gesundheit und Leistungsfähigkeit nachgewiesen haben.

Gut 40 Menschen und ein knappes Dutzend Esel begaben sich am Samstagnachmittag auf den rund einstündigen "For(s)t-Gang", erdacht und geleitet von Uwe Metz. Inspiriert durch die "Randonée lignièroise" der Eselfreunde aus dem Berry und den österreichischen Kulturwanderungen, unter anderem mit Alfred Komarek, einem seiner Lieblingsschriftsteller, brachte Uwe Metz den Besuchern Seiten unserer Esel nahe, die sonst auf dem Esel- und Mulitreffen eher im Hintergrund bleiben. Uwe ging es dabei nicht um Fragen, deren Antworten in Esel-Fachbüchern nachgelesen werden können, sondern eher um die eseligen Erfahrungen von Autoren der letzten 3000 Jahre, die Beziehungen zwischen Esel und Wein (die Weinprobe mit der kühlen "Mußbacher Eselshaut" war eine willkommene Erfrischung an diesem heißen Nachmittag) oder die nicht vorhersehbaren Reaktionen der Esel auf die Begegnung mit Straußen, Lamas und Steinböcken bei der Wanderung entlang eines Wildgeheges. Die Rückmeldungen waren positiv und sprachen von einer bereichernden Neuerung des Treffens.

Der wie schon zuvor von Priska Reichert organisierte Secondhandshop wurde am Samstag rege angenommen, was Priska auch auf ihren neuen Standort direkt neben dem IGEM-Zelt zurückführt. Verkauft wurden mehr als die Hälfte aller angebotenen Artikel, und die Käufer waren auch erfreut über Priskas fachkundigen Rat zum Beispiel für die Anpassung des gerade erworbenen Geschirres.

Der Reit- und Fahrverein war des Lobes voll über die Disziplin und Ordnung der "Eselleute" und vor allem deren Jugend, die im Reiterstübchen ohne Aufforderung nach dem Frühstück fein säuberlich ihre Brotzeittische aufräumten und das Geschirr an die Küche brachten. Wir Eselleute sind also auf dem Forster Gelände ganz ausdrücklich weiterhin jederzeit willkommen. Zum positiven Eindruck hat zweifellos auch die tolle Arbeit der Familie Günther beigetragen, die über die ganze Zeit hinweg unermüdlich überall die Esel- und Muliäpfel beseitigte, kaum dass sie den Boden berührt hatten.

Wie auch in den Jahren zuvor waren Teilnehmer und die Forster Bürger sehr berührt vom Gottesdienst unseres Eselpfarrers Otto Thonhofer und seiner liebevollen Segnung aller vor der Forster Barbara-Kirche aufgestellten Tiere. Er widmete jedem Tier und seinem Halter ein sehr persönliches Wort und Gottes Segen. In einer Gedenkminute gedachten wir gemeinsam nochmals unseres verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden Wolfgang Dickgießer und den anderen heimgegangenen Freunden des Vereins.


Auf dem Rückweg von der Kirche in das Stadion fühlte sich der Esel- und Mulitroß fast wie beim Einzug der Gladiatoren, denn traditionsgemäß hatten die eselbegeisterten Forster Bürger auch dieses Jahr wieder viele Stühle, Bänke und Tische entlang der sonntäglichen Festroute aufgestellt, und freundliche Menschen reichten uns Kaffee, Kuchen und auch den einen oder anderen Tropfen Wein herüber.

Das Informationszelt der IGEM war besonders am Sonntag regelrecht belagert. Michaela Neumüller berichtet von vielen Anfragen rund um die Eselhaltung, die Eignung von Eseln für Kinder und vieles andere mehr. Die IGEM-T-Shirts waren schon am Samstag ausverkauft, und erfreulicherweise schwanden auch die Formulare für die Neumitgliederanmeldung rapide. Auch das Informationsmaterial und die Stallplaketten fanden regen Absatz. Der IGEM-Stand wurde dieses Jahr von den Familien Neumüller und Maurer betreut, am Sonntag übernahmen dann auch Barbara Feldmann und unser österreicherischer Eselfreund Albert Schweizer. Michaela Neumüller hatte als frischgebackene Kassenwartin des Vereins sozusagen ihre Eselfest-Feuerprobe und behielt trotz heftiger Erkältung stets den Überblick über alle Zahlungsvorgänge rund um das Treffen.

In der Führzügelklasse traten am frühen Sonntagnachmittag 8 Teams an, es siegte mit 90 Punkten die sehr selbständig arbeitende Larissa Geissler mit dem 13-jährigen Eselwallach Jonathan gefolgt von Heike Wulkes Sunny. Geritten von Sarah Fink und geführt von Maren Brandt errang Liesel von den zwei Linden den dritten Platz. Stefanie Kratzer lobte die allgemein sehr gute Vorbereitung der Jugendlichen auf diesen Wettbewerb.

In der Führklasse waren heuer 10 Teams am Start. Die gelbe Schleife errang Josefine, geführt von Tina Bresler. Platz zwei ging an Christa Reins SHS Bongo, und Bronze trug mit nur einem Punkt weniger Paul vom Rötelsbach der Familie Friedrich Bauer nach Hause.


Die Damen und Herren von der Notfallambulanz des Roten Kreuzes freuten sich über die beiden ruhigen Tage, in denen Gott sei Dank keine Unfallopfer zu versorgen waren. Allenfalls die Bienen hielten die Helfer ein wenig auf Trab, denn es waren einige Stiche zu behandeln.

Auch die Presse war recht rege vertreten, diesmal konnten wir den Rundfunk von SWR4, ein Fernsehteam des Kraichgau TV sowie den Lokalreporter der Badischen Neuesten Nachrichten begrüßen.

Beate Marienfeld und Monika Bellemann betreuten am Sonntag insgesamt drei Reitteams in den beiden Esel- und Mulireitwettbewerben sowie deren Beratung während der Sichtung am Vortag. Prima Leistungen zeigte hier erneut Luisa Storz aus dem Team von Tine Klausmann auf Liesel von zwei Linden und bekam dafür ein besonderes Lob von Beate.


Monika als "Mulibeauftragte" unseres Vereins war sehr erfreut über die gute Präsentation und die guten Ergebnisse der Mulis beim gesamten Treffen. Sie wurde von vielen Mulibesitzern mit Fragen aller Art angesprochen und hat ihnen versprochen, diese telefonisch zu beantworten.

Otmar Hoefer und Ralf Wulke organisierten und leiteten den Fahrwettbewerb, der diesmal nicht durch den Hindernisparcours verlief, sondern der Aufgabe 2.2 des IGEM-Aufgabenheftes entsprach, also ein Kegelparcours war. Die Teilnehmer mussten demnach ihre Gespanne kreuz und quer über das Gelände dirigieren und dabei ohne Anstoßen durch zehn Kegeltore fahren, die gerade mal 40 cm breiter als die Gespanne waren. Obwohl nicht ganz so spektakulär wie die von früheren Treffen bekannten Durchfahrten durch Wassergräben und Flattertore, kam diese Aufgabenänderung bei den Teilnehmern doch sehr gut an. Die präzise Steuerung des Gespannes an den Hindernissen vorbei würde der Realität im Straßenverkehr sehr gut entsprechen, meinten viele.

Bei den Einspännern löste diese Aufgabe mit hervorragenden 98 Punkten der 8-jährige Konrad vom Rötelsbach, gelenkt von Ingrid Bauer. Punktemäßig knapp dahinter lagen der Großeselwallach Little Joe der Familie Wiesler und Beate Marienfelds erfahrene Eselstute Rosine.

Bei den Zweispännern gingen gleich alle drei Siegergespanne fehlerfrei mit Höchstpunktzahl über die Ziellinie, so dass für die Wertung die Fahrzeit entscheidend war. Den ersten Platz errangen Claudia und Poldi, gesteuert und angefeuert von Maily Frieden, nur vier Sekunden dahinter lagen Nory vom Haarholz und Nadinka von zwei Linden, gefahren von der 13-jährigen Vanessa Hauser, und über den dritten Platz freute sich das Team Gimli und Ron gelenkt von David Brauch. Anerkennung und Dank gebührt auch unser treuen Exterieur-Richterin Frau Angela Baumann-Jost, die diesen Wettbewerb fesselnd und sachkundig moderierte.

Schätzesel Hugo brachte 238 Kilogramm auf die Waage, auf den Punkt genau traf von 110 Schätzern Stefanie Kratzer das richtige Gewicht und freute sich über ihren Gewinn. Nur ein Pfund daneben lag Marianne Kreutzer, und mit nur anderthalb Kilo Abweichung errangen Timon Schmidt und Lukas, der Sohn von unserem Meldestellen-Chef Bernd Schmutz, zwei sehr achtbare dritte Plätze.

Das Schauprogramm am Sonntagnachmittag war ein weiterer Höhepunkt und beschloss wie stets das Treffen. Tine Klausmann und Rosa-Maria Cramer organisierten ein zweieinhalbstündiges abwechslungsreiches Programm. Sowohl für den Equidenlaien als auch für den esel- und pferdekundigen Fachmann wurde Faszinierendes geboten. Es moderierten Uwe Metz und Rosa, musikalisch aus der Meldestelle unterstützt von Claudia Metz. Eröffnet hatte Tine Klausmanns Shir Del, der sich in völliger eseliger Gelassenheit unter einem großen flatternden regenbogenbunten Schwungtuch niederlegte. Verblüffter Kommentar aus dem Forster Publikum: "Ui, das würd' ich mit meinem Pferd nie schaffen!"


Auch mit Eseln ist Voltigierarbeit prima möglich.
Inge Zimmermann, Tina Bresler und ihr begeistert pistolenschießendes Söhnchen Vladimir waren dann mit ihrer 16-jährigen Josefine als Piratenbande unterwegs.

Es folgten Bärbel Gibis und Sandra Lindenau, die ganz beeindruckende Bodenarbeit mit Großesel Napoleon und ihren braven Poitous Mephisto und Odette zeigten, darunter Rückwärtsrichten, Seitwärtsweichen vom Menschen weg und sogar zum Menschen hin, Vorhand- und Rückhandwenden auf einem Podest und auch einen Seitwärtsgang quer über eine lange Bank hinweg. Das Damenteam um Tine Klausmann demonstrierte eindrucksvoll mit vier Eseln, dass auch mit diesen Tieren prima Voltigierarbeit möglich ist.

Für den Laien optisch vielleicht nicht so spektakulär, aber für den Dressurkundigen umso faszinierender war die Demonstration von Bodenarbeit mit Mulis durch Monika Bellemann und Tina Caspari. Monika führte ihren Primus in einer Freiheitsdressur im Round Pen vor und beeindruckte unter anderem mit freiem Rückwärtsrichten, während sie einige Meter hinter ihrem Tier stand. Tina Caspari zeigte mit ihrem hochkonzentrierten 11-jährigen Muli Stanley auch viele Elemente der klassischen Dressur,sensationell gut vorgeführt am langen Zügel, einschließlich versammelter langsamer Galoppade, bildschönen Traversalen und Schulterherein, Spanischer Schritt,kontrolliertem Steigen und anderem mehr.



Auch hier hörte ich im Publikum die anerkennende Bemerkung, dass man so etwas Beeindruckendes kaum jemals von Pferden vorgeführt gesehen hätte.

Annemarie Bank-Lauer führte dann zwei unterschiedliche Satteltypen vor, geritten von ihren jungen Assistentinnen Inja Jost und Mathilda Willitch auf Hugo und Fridolin.

Insbesondere die Kinder im Publikum waren anschließend gefesselt von der lustigen Clowngruppe von Brigitte und Maren Brandt mit Nori und Felix.

Nach einer schönen Vorführung von Hanna Raddatz, die ihren Esel hervorragend am langen Zügel dirigieren konnte, folgten die Esel-Akrobaten von Judith Schmidt. Auch hier war das Publikum wieder einmal verblüfft, wie vertrauensvoll Esel an der Hand eines kundigen Ausbilders selbst Kinderplanschbecken durchqueren und durch Feuer- und Papierwände hindurchspringen.

Es folgten die Eselindianer, gespielt von Tine Klausmanns Damen- und Eselteam, die Kriegstrommeln schlug Rosa-Maria Cramer. Als des Abzeichens eines "Schutzesels" würdig erwies sich dann Barbara Banks Eselwallach Nestor, der mitsamt Kutsche und Barbara im Gepäck den auf dem Fahrrad flüchtenden Handtaschenräuber Otmar Hoefer in Galoppfahrt über den Platz jagte.

Danach jagten und fingen Lucky Luke und sein treuer Eselschimmel Jolly Jumper die postkutschenausraubenden "Dalton Girls". Der 11-jährige Jannik Spitzenberger als Lucky Luke, Konrad vom Rötelsbach als Jolly Jumper sowie Jana Raddatz, Ramona Elser, Jana Spitzenberger und Lena Raddatz als Dalton Girls zeigten nach Idee und Choreografie von Hanna Raddatz tolle Dressurleistungen, gekrönt von einem gemeinsamen Mittagsschläfchen von Lucky Luke, Jolly Jumper und seiner treuen französischen Bulldogge Rantanplan.

Gewidmet dem Gedenken und den Leistungen von Wolfgang Dickgießer zeigten schließlich Katrin Dickgießer, Tine Klausmann, David Brauch und Harald Wießler eine schöne Zweispännerquadrille. Das perfekte Zusammenspiel der Gespanne war umso bemerkenswerter, als die Vorführung gleichzeitig die Generalprobe war – die Teams hatten ihre Quadrille nämlich erst am Vorabend auf einem Stück Papier entwerfen und "proben" können.

Das Forster Publikum fand es auch eine prima Idee, dass dieses Mal das große Festgelände für das Schauprogramm geteilt wurde, so dass alle Zuschauer sich auf vier Seiten rund um das Geschehen verteilen und das Programm aus der Nähe betrachten konnten.

Als bestes Tier des Treffens wurde Tine Klausmanns 6-jähriger Wallach Shir Del (das ist afghanisch für "Löwenherz") von zwei Linden prämiert, der neben sehr guten 104,5 Punkten aus der Exterieurbewertung auch Bonuspunkte beim Zugwettbewerb und dem Hindernisparcours sammeln konnte. Auf Platz 2 kam ganz knapp dahinter Mulistute Lotte von Heike Wulke, und den dritten Platz in dieser Wertung errang Tine Klausmanns Nadinka von zwei Linden.

Katrin Dickgießer, Tine Klausmann, David Brauch und Harald Wießler zeigen eine schöne Zweispännerquadrille.

Betrachtet man das Treffen aus der Perspektive des satzungsgemäßen Vereinszwecks der IGEM, so war es auch in dieser Hinsicht wieder ein voller Erfolg. Wir haben viele Menschen innerhalb, aber auch insbesondere außerhalb des Vereins informieren können über artgerechte Haltung, Nutzung, Zucht und tierschützenden Umgang mit unseren anspruchsvollen Tieren. Unsere Jugendlichen haben ganz offensichtlich großen Spaß mit ihren Eseln, und sie zeigen schon in frühem Alter enormes Talent, große Reife und beeindruckende Sicherheit und Gelassenheit im Umgang mit den Tieren. Ganz sicher werden die vielen Kinder und Jugendlichen auch später weiter zunehmende Verantwortung und Initiative in der Vereinsarbeit übernehmen, darauf freuen wir Erwachsenen uns schon heute, denn die begeisterte und sachkundige Jugend stellt eine gesunde Zukunft der IGEM sicher. Und schließlich konnten wir auch bei diesem Treffen wieder viele Eselinteressierte außerhalb des Vereins angenehm verblüffen und davon überzeugen, was für zuverlässige, intelligente und ernstzunehmende Tiere die Esel und Mulis doch sind.

Schließlich nochmals ein ganz dickes Lob auch namens des Vorstandes der IGEM nicht nur an alle Mitglieder und Helfer des Regionalstammtisches Südwest, sondern auch an alle Akteure vor, aber insbesondere auch an alle hier namentlich nicht genannten Helfer hinter den Kulissen. Alle zusammen haben sie wieder einmal ein tolles Fest auf die Hufe gestellt, das Hunderte Menschen innerhalb und außerhalb des Vereins beeindruckt und erfreut hat. Wir "Asiniden-Fachleute" hatten Gelegenheit, andere Tiere zu beobachten und von erfahrenen Haltern zu lernen, und die Besucher des Treffens freuten sich zusammen mit ihren Kindern wieder einmal einfach an unseren Tieren, den Vorführungen und dem offensichtlichen Spaß, den wir Esel- und Mulileute zusammen mit unseren überhaupt nicht störrischen Hausgenossen haben.

Gerade wenn es im Detail mal doch nicht so reibungslos klappt wie ein Raketenstart, sollte man sich immer gewahr sein, dass alle Organisatoren des Festes gerade während des Festes von früh morgens bis spät nachts permanent "unter Strom stehend" zehn Bälle gleichzeitig jonglieren und aus freien Stücken und ohne Entgelt viele Hunderte von Stunden an Vorbereitung neben Beruf, Kindererziehung und Tierversorgung aufbringen, gewürzt mit einem erheblichen privaten finanziellen Aufwand für Fahrtbenzin, Ausrüstung und vieles andere mehr. Konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge sind immer willkommen – aber verbunden mit dem Angebot einer künftig kräftig mithelfenden Hand werden sie garantiert stürmisch umarmt!

Ebenso dankt sowohl der Vorstand als auch die Regionalgruppe Südwest schließlich ganz herzlich allen angereisten Teilnehmern des Eselfestes, die wieder einmal einen guten Teil ihres Jahresurlaubes dem Treffen gewidmet und Kosten und Mühe für die weite Anfahrt mit Sack und Pack, Weidestickeln, Kutschzeug und Fliegenspray nicht gescheut haben. Solch eine Reise ähnelt im Umfang regelmäßig dem sprichwörtlichen Auszug aus Ägypten, und wir sind jedem daher umso mehr dankbar, der dann noch über kleine Komforteinschränkungen im "Campinglager Forst" weise lächelnd hinwegsieht und nach den gemeinsam verbrachten schönen aber auch anstrengenden Tagen sagt: "Na klar komme ich das nächste Mal wieder!"

Text: Michael Zuber Fotos, wenn nicht anders vermerkt, Michael Zuber