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Bericht vonUwe Metz
über das 16. Esel- und Mulitreffen vom 20. und 22. August 2004

in 76694 Forst/Baden bei Bruchsal

Bilder vom Treffen sind zu sehen beim Reit und Fahrverein Forst
„Raindrops keep falling on my head ...“
Sie fielen aber nicht nur auf meinen Kopf, sondern auf viele Köpfe, sowohl von Mensch und Tier, ebenso auf Zelte und den Boden. Aber erzählen wir der Reihe nach.
Das 16. Esel- und Mulitreffen fand vom 20. bis 22. August zum mittlerweile siebten Mal auf der Anlage des Reit- und Fahrvereins Forst statt. Die Vorbereitungen und Aufbauten konnten am Tag vorher bei sonnigem Wetter durchgeführt werden, nur in der Nacht gab es einige kleine Schauer. Am Freitag füllte sich der Platz, nachdem die ersten Eselfreunde schon am Mittwoch eingetroffen waren, wie etwa die Eselwanderer aus Rottweil und Bollschweil. Zwei Fernsehteams liefen gewichtig mit Kameras und Mikrophonen bewaffnet zwischen all den Zelten, Paddocks, Wohnwagen und Pferdehängern umher. Bei strahlendem Sonnenschein trafen am späten Nachmittag die Teilnehmer von Sternfahrt und –marsch ein, die um 17 Uhr in Weiher gestartet waren. Bernd Schmutz hatte mittlerweile gemeinsam mit Michael Thomas die Meldestelle mit allerlei informationstechnischem Gerät ausgestattet. Im Reiterstübchen setzte sich der Vorstand mit den drei Richtern (Frau Baumann-Jost, Frau Ringelstetter und Herr Nass, als Ersatz für den verhinderten Herrn Wörner) zusammen, um die Wettbewerbe der nächsten beiden Tage zu besprechen. Das Treffen konnte beginnen.
Aber zuerst gab es am Freitagabend zwei gewaltige Wolkenbrüche, die die Aufnahmekapazität des sandigen Geländes schnell überschritten. Als erstes lief das Jugendzelt von unten her mit Wasser voll. Um all den vielen Jugendlichen aber dennoch eine trockene Nacht zu ermöglichen, wurden sie kurzerhand in der alten Reithalle einquartiert. Der Abreitplatz glich im Mondlicht eher einem See als einem Sandplatz.
Samstagmorgen: Das Wetter schien auf unserer Seite zu sein. Pünktlich öffnete Bernd Schmutz die Meldestelle, an der sich gleich eine kleine Schlange bildete. Zu den schon im Programmheft gemeldeten 62 Tieren gesellte sich nochmals mehr als die Hälfte, so daß letztlich 97 Tiere gemeldet wurden, von denen 80 an den verschiedenen Wettbewerben teilnahmen, eine gute Quote. Rechnet man jetzt noch die Tiere, die aus verschiedenen Gründen doch nicht zum Treffen kamen, mit denen auf, die zwar kamen, aber nicht gemeldet wurden, da sie an keinem Wettbewerb teilnahmen, so waren über 100 Esel und Mulis auf dem Platz.
Mit leichter Verspätung eröffnete Wolfgang Dickgießer dann das Treffen und Priska Reichert den Second-Hand-Shop.
Die erste Gruppe der Zuchtbewertung wurde aufgerufen. Wie schon im letzten Jahr in Gütersloh startete man mit der Gruppe 5, den Wallachen, damit die Richter sich an einer größeren Anzahl von Tieren „warmrichten“ konnten. Es ist nämlich nicht einfach, eine halbwegs objektive Beurteilung vorzunehmen, wenn in einer Gruppe nur ein oder zwei Tiere sind. Auch das Wetter änderte sein Programm, und der erste einer ganze Reihe von Schauern, die sich über den ganzen Tag verteilten, ging hernieder und ließ manchen Esel wie einen begossenen Pudel aussehen. Trotzdem absolvierten die 9 Wallache souverän ihren Auftritt. Sieger wurde Felix von zwei Linden von Brigitte Brandt (107,00 Punkte), gefolgt von Joey von Bernd Schmutz (102,33 Punkte) und Napoleon von Bärbel Gibis (102,00 Punkte). Während die Wallache auf die Siegerehrung warteten, kam es auch zu einem spektakulären Zwischenfall, ein Großeselhengst riß sich los und jagte einen der Wallache quer über den Reitplatz. Das Einfangen gestaltete sich etwas dramatisch, Wolfgang Dickgießer gelang es zwar den Führstrick zu ergreifen, wurde aber umgerissen und von dem Hengst überrannt. Die ganze Aktion ging aber von einigen Abschürfungen und verschmutzten Kleidern abgesehen glimpflich aus. Das Vorstellen der Tiere konnte weitergehen. Die Hengste wurden zuerst auf Asphalt vorgestellt, um die Hufstellung korrekt beurteilen zu können, dann ging es zum Bewertungsdreieck.
In der Gruppe 1 (Großesel-Hengste) wurde nur ein Tier vorgestellt, Fluxus von Sylvia Morgenstern erreichte 94,67 Punkte, was leider nur zur Zuchtklasse II reichte.
Auch in der Gruppe 2 (Hengste jünger als 3 Jahre) gab es nur einen Teilnehmer. Filius von Heidi von Leszczynski erreichte jedoch 105,33 Punkte und somit die Zuchtklasse I. Er ist übrigens ein Enkel des Siegerwallachs Felix v. zwei Linden.
Zwei Tiere traten in der Gruppe 3 (Hengste 3 bis 5 Jahre) an. Sieger wurde Robby von Sarah Ebeling (101,67 Punkte) vor Konrad von Rötelsbach von Friedrich Bauer (95,667 Punkte).
In der Gruppe 4 (Hengste älter als 5 Jahre) trat kein Tier an.
Mittlerweile hatte auch das Wiegen der Tiere begonnen. Traditionell wogen und vermaßen Conny und Jürgen Vogg, unterstützt von Vivi Hamacher, alles was vier Beine und lange Ohren hat. Zuerst (natürlich unter Ausschluß der Öffentlichkeit) Leika von zwei Linden, die weiße Noteselin der Familie Brandt, denn die war zum Schätzesel für das Wiegequiz auserkoren worden. Danach wurden alle Tiere, die am Zugwettbewerb teilnehmen wollten oder deren Besitzer einmal wissen wollten, wie schwer ihr Esel oder Muli wirklich ist, gewogen.
Auf dem Reitplatz ging die Zuchtwertschätzung mit der Gruppe 6 (Großesel-Stuten) weiter. Es wurden 4 Tiere vorgestellt. Sieger wurde Sandy von Wolfgang Dickgießer (107,00 Punkte), gefolgt von Josefine von Sylvia Morgenstern (101,33 Punkte) und Mira von der Loheland Stiftung (98,67 Punkte).
In der Gruppe 7 (Stuten jünger als 3 Jahre) traten 6 Tiere an. Rosi von Gertraut Jerome (104,00 Punkte ) setzte sich knapp vor Nadinka von zwei Linden von Brigitte Brandt (103,67 Punkte) und Poldie von Jean-Paul Dieschbourg (102,67 Punkte).
Die Gruppe 8 (Stuten 3 bis 5 Jahre) war mit 8 Tieren die größte Stutengruppe. Hier gewann Fortuna von Jürgen Maurer (107,00 Punkte) vor Fine von Heidi von Leszczynski und Nica von Wolfgang Dickgießer (beide jeweils 105,00 Punkte).
In der Gruppe 9 (Stuten älter als 5 Jahre) wurden 6 Tiere vorgestellt. Hier platzierte sich Nory von zwei Linden von Brigitte Brandt (105,33 Punkte) vor Claudia von Jean-Paul Dieschbourg (103,67 Punkte) und Nelly von Jürgen Maurer (103,00 Punkte).
Mit der Gruppe 10 (Maultiere und Maulesel) endete die Zuchtwertschätzung. Hier nahmen 5 Tiere teil. Sieger wurde Primus von Monika Bellemann (100,33 Punkte) vor Mario von zwei Linden von Brigitte Brandt (100,00 Punkte) und Freddy von Magdalena Birkenmeier (99,33 Punkte).

Parallel zur Zuchtwertschätzung fanden ebenfalls auf dem Reitplatz der Hindernisparcours und der Jugendcup statt. Wie immer betreut vom Jugendvorstand, mit Unterstützung weiterer Jugendlicher und Rosa Cramers.
Am Hindernisparcours nahmen 38 Erwachsene mit ihren Tieren teil. Sieger wurde Judith Schmidt mit ihrer Stute Masl-tow (97 Punkte in 3:10 Minuten), dicht gefolgt von Jean-Paul Dieschbourg mit Claudia (gleiche Punktzahl in 5:30 Minuten und der Stute Mira von der Loheland Stiftung (96 Punkte in 3:00 Minuten).
Beim Jugendcup konnte sich der 8 jährige Liborius von Münchhausen mit dem Junghengst Filius gegen seine 25 Mitbewerber durchsetzen. Platz 2 belegte Angelina Adé (12 Jahre) mit der Stute Irma la Douce vor Jonas Brossmer 13 Jahre mit dem Wallach Pythagoras.

Am Nachmittag fand auch der Zugwettbewerb statt, der wegen der schlechten Bodenverhältnisse vom Sandplatz in die Reithalle verlegt worden war. 18 Tiere zogen den Zugschlitten, der jedesmal auf 30% des vorher ermittelten Tiergewichts geladen wurde, über die Ovalbahn. Sieger wurde Mabel, das Maultier von Monika Bellemann, mit 100 Punkten in 1:07 Minuten. Den zweiten Platz teilten sich Elsa und Flicka von Ute Thomas, beide mit 100 Punkten in 1:17 Minuten.

Damit waren die Wettbewerbe für den Samstag beendet. Gegen 20 Uhr füllte sich allmählich das Festzelt. Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, und natürlich Esel- und Mulifreunde auch. In einer Ecke des Zeltes ließ sich das Equipment einer Band erahnen. Katrin Dickgießer und Uwe Metz nahmen die noch ausstehenden Siegerehrungen für den Zugwettbewerb sowie Hindernisparcours und Jugendcup vor. Groß war natürlich der Jubel über den Sieg des kleinen Liborius, der einen Freiplatz beim Jugendcamp im Mai 2005 gewann.
Uwe Metz begrüßte dann alle Besucher des Festzeltes und freute sich besonders über die zahlreichen ausländischen Gäste aus Dänemark, Belgien, Luxemburg, Frankreich und Österreich. Sein Gruß galt auch den Besuchern aus der virtuellen Eselwelt (www.eselwelt.info), die den Weg in die reale Eselwelt gefunden hatten. Danach verkündete er auch schon das Ende des Abendprogramms, da sich auf den Aufruf in der letzten Eselpost niemand bei ihm oder Rosa Cramer mit Beiträgen gemeldet hatte. Er wollte schon die Bühne verlassen, als Rosa im Minikleid auf die Bühne stürmte und verkündete, daß sich doch der ein oder andere Beitrag eingefunden hätte, so daß man doch ein Programm bieten könnte, das etwa der Länge ihres Kleides entspräche.
Schon stürmten auch die Hessen, respektive Mitglieder des Stammtisches Rhein-Main, die Bühne und boten Klappmaultheater vom Feinsten, so daß sie die Bühne erst nach einer Zugabe verlassen durften.
Wenn die Hessen die Bühne stürmen, dürfen die Schwaben natürlich nicht fehlen. Frau Wäber alias Priska Reichert hielt diesmal nicht ihren Rückblick auf das vergangene DIGEM-Jahr, sondern erzählte von einem Vatertagsausflug mit der Eselkutsche. Danach lies es sich der Jugendvorstand nicht nehmen auch einen Beitrag zu leisten. Herbert Grönemeyers „Männer“, dem ein oder anderen noch als Männerballett des Stammtisches Süd-West vom Eseltreffen 2000 im Gedächtnis, war kurzerhand mit einem neuen Text versehen worden, der dem Gegenstand des Treffens, dem Esel, gerecht wurde.
Was macht man, wenn man einen Sketch für drei Personen übt, und dann aber alleine in Forst ist? Man läßt es bleiben oder sucht neue Mitstreiter. Andrea Huneke vom Stammtisch Ostwestfalen-Lippe konnte Judith und Gregor Schmidt für ihren Sketch über Wolfgang, den fliegenden Esel, gewinnen.
Auch die Eselwanderer aus Rottweil waren auf ihrer Tour nicht untätig gewesen, und trugen ihr Lied über Pummelchen alias Leika, den weißen Notesel, vor, der sich tapfer auf der Wanderung gehalten hat, und auf dem Weg zu einer eselgerechteren Figur ist.
Den Abschluß bildete die Diabolo-Show von Anna-Rebecca und Michael Thomas.
Danach war die Bühne frei für die Band „Mother“ aus Bruchsal. Leider stieß die Band beim Publikum nicht auf die erwünschte Resonanz, den innerhalb einer halben Stunde war das Zelt nur noch halb voll. Eigentlich Schade.
Aber zum großen Sinnieren blieb eigentlich keine Zeit, denn der Sonntagmorgen zog herauf und Otto Thonhofer erwartete die Esel- und Mulifreunde vor der St. Barbara – Kirche in Forst zur traditionellen Tiersegnung. Gegen 9.45 Uhr zog die Esel- und Mulikarawane unter Polizeibegleitung Richtung Dorfmitte. Viele hatten sich und /oder ihre Tiere herausgeputzt. Fahnengeschmückte Kutschen, stattliche Reiter, Wild-West-Trupps, mittelalterliches Volk, Eselwanderer, -pilger und –trekker, aber auch normales Esel- und Mulivolk versammelten sich auf dem Platz und der Straße vor der Kirche. Pfarrer Thonhofer nahm nach dem Gottesdienst Aufstellung auf der Kirchentreppe und ließ nach kurzer Predigt und Gebet, wobei er betonte, wie wichtig das Zusammentreffen der Eselfreunde sei, ungeachtet aller Glaubens- und Konfessionsgrenzen, die Tiere und ihre Besitzer zur Segnung an sich vorbeiziehen. Dabei fand er für jeden individuelle Worte und ließ es sich nicht nehmen, die Treppe herunterzukommen, um auch den etwas unruhigen Ziegen das segenspendende Weihwasser zukommen zu lassen. Nachdem alle den Segen empfangen hatten, formierte sich der Umzug, angeführt von der von Gerhard Dickgießer gelenkten Eselkutsche mit dem Dudelsack spielenden Volker Klett. Wie schon vorher an der Kirche säumten unzählige Menschen den Weg zurück zum Festgelände, wo alle Teilnehmer vor großem Publikum nach einer Platzrunde Aufstellung nahmen. Wolfgang Dickgießer begrüßte alle Anwesenden und dankte sowohl der Gemeinde Forst als auch dem Reitverein, die es uns auch diesmal wieder ermöglichten, das Treffen auf dieser schönen Anlage stattfinden zu lassen. Reinhold Gsell, Bürgermeister von Forst, und Jürgen Taylor, der Vorsitzende des Reitvereins, begrüßten ebenfalls die Eselfreunde und die Besucher, und versicherten, daß wir auch in Zukunft willkommen sein werden.

Nach einer kurzen Pause begannen die noch ausstehenden Wettbewerbe. Auf der linken Seite des Reitplatzes fanden die Reit-, Führzügel- und Führwettbewerbe statt, gegenüber das Fahrturnier.
Das Reiten der Mulis (3 Teilnehmer) gewann Magdalena Birkenmeier auf Freddy (90,0 Punkte), gefolgt von Monika Bellemann auf Primus (85,0 Punkte) und Johanna Thomas auf Elsa (73,5 Punkte).
Für das Reiten der Esel gab es keine Meldungen.
Die Führzügelklasse (8 Teilnehmer) gewann Maren Brandt mit dem Esel Liesel von zwei Linden (89,5 Punkte in 3:23 Minuten), es folgten Lisa Merkt mit dem Esel Leander (85,5 Punkte in 2:45 Minuten) und Hanna Merkt mit dem Maultier Mario (85 Punkte in 4:20 Minuten).
Den Führparcours (6Teilnehmer) gewann Tina Bressler mit dem Esel Josefine (95,5 Punkte), vor Tina Caspari mit dem Maultier Stanley (94,0 Punkte) und Natalie Großmann mit dem Esel Natalie (88,0 Punkte).

Beim Fahrturnier gab es drei Bewertungsgruppen.
Bei den Einspännern begaben sich 8 Tiere auf den Parcours. Den ersten Platz erreichte Boromir von Peter Steding (99,0 Punkte) vor Felix von zwei Linden von Brigitte Brandt (97,0 Punkte) und Rosine von Beate Marienfeld (95,0 Punkte).
Bei den Zweispännern machten 6 Gespanne 8 Starts, d.h. zwei Gespanne traten mit verschiedenen Kutschern zweimal an. Den ersten und zweiten Platz mit jeweils voller Punktzahl und Zeiten von 2:39 Minuten und 3:00 Minuten belegten die Esel Rosine und Mira, gefahren von den Töchtern von Beate Marienfeld. Den dritten Platz bekam das Gespann Natalie und Liesel von zwei Linden von Brigitte Brandt (90 Punkte in 3:45 Minuten).
Bei den Dreispännern ging lediglich die Troika von Gerhard Stahl-Manstein an den Start. Die Esel Stella, Jeannot und Noelle erreichten 95,0 Punkte in 4:14 Minuten.

Nach dem letzten Wettbewerb wurde schnell der Reitplatz abgeräumt, denn der Höhepunkt des Treffens, das Schauprogramm, sollte beginnen.
Ute Thomas hatte ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, daß sie selbst moderierte, Elke Thaler sorgte für die passende Musik.
Eröffnet wurde das Programm von unzähligen Kindern und Eseln, die Nenas „99 Luftballons“ auf den Platz brachten.
Anschließend zeigte Beatrice aus der Schweiz Mulireiten im Westernstil. Es folgten verschiedene Bodenarbeiten mit Mulis und Ponies von Tine Brandt, Lisa Merkt und Tina Caspari.
Es folgten die ersten Absolventen von Monika Siegels Fahrschule. Hierbei handelt es sich um den ersten von der FN anerkannten Fahrausbildungsbetrieb mit Eseln in Deutschland.
Was machen Esel, die mit Ziegen zusammen gehalten werden? Fangen sie auch an, überall herum zu klettern? Diesen Eindruck konnte man fast bei der Vorführung von Judith Schmidt gewinnen. Ihre beiden Esel kletterten mit den Vorderbeinen auf ein Podest, liefen so mit den Hinterbeinen um dasselbe herum, oder sprangen gar darüber. Schließlich mischte auch noch der Hund mit, lief Slalom um die Eselsbeine und stieg mit aufs Podest. Als dann aber ein Esel noch anfing zwischen zwei Cavalettis Fußball zu spielen, war klar, daß Judith selbst hinter diesen Kunststückchen stand, die sie ihren Tieren ohne Leckerlies beigebracht hatte.
Wie gut man mit Eseln reiten kann, zeigte die Reitkür von Beate Marienfeld und Stephanie Kratzer auf ihren beiden Großeseln, ebenso wie die folgenden Reitvorführungen von Anna-Rebecca Thomas und Gunja und Iris Korte, teilweise mit Handtier. Erstaunlich dabei, daß Anna-Rebecca ihren Esel, ebenso wie beim morgendlichen Umzug, nur mit einem Halsring ritt.
Nach der Siegerehrung der Reit-, Führzügel- und Führwettbewerbe wurde eine Eselrasse vorgestellt, die auch heute immer noch Erstaunen hervorruft: der Poitou-Esel. Barbara Bank, Bärbel Gibis und Sylvia Morgenstern präsentierten ihre mächtigen Tiere, wobei in der Vorstellung aber auch die bekannten genetischen Probleme nicht verheimlicht wurden.
Nachdem dann die unterschiedlichen Erscheinungsformen der auf dem Treffen anwesenden Mulis präsentiert wurden, zeigte Alfred Schauberger Zirkusstücke mit Esel und Muli.
Daß das Wandern des Esels und des Eselmenschen Lust ist, zeigte der nächste Programmpunkt. Inge Zimmermann und ihre Tochter Tina Bresler sind jedes Jahr einige Tage mit ihrem Packesel Josefine unterwegs. Die Familie Meisner wird auf ihren Wochenendwanderungen nicht nur von ihrem Esel, sondern auch von zwei Hunden und einer Ziege begleitet. Dann übergab Ute Thomas das Mikro an Katrin Dickgießer, die berichtete, wie sie mit ihrer Eselin Lucy in 36 Tagen die 800 Kilometer von St. Jean Pied de Port nach Santiago de Compostela auf dem Jakobsweg entlang pilgerte.
Es folgte Tine Brandt, die mit Freund, Mutter, ihren Stallmädchen und zehn Tieren die 180 Kilometer von Rottweil nach Forst als lebende Werbung für das Eseltreffen gewandert war.
Zum Abschluß kam noch Petra Theilfarth, die mit ihrem Wallach Niko im Sulky von Bad Liebenzell nach Forst gefahren war.
Dann zeigte die Chaotentruppe eine Voltigiernummer. Dabei handelt es sich um Anna-Rebecca und Johanna Thomas mit ihrem Muli Elsa und den Zwillingen Isabell und Marie-Luise Marienfeld.
Es folgte die Vorstellung verschiedener Anspannungsarten. Beate Marienfeld fuhr das sehr schwer zu fahrende Einhorn. Etwas leichter hatte es da schon Gerhard Stahl-Manstein mit seiner Troika. Originell der Motorradesel Willi, ebenso der Straßenkehreresel der Familie Günther. Dann begrüßte Wolfgang Dickgießer die ebenfalls auf Kutschen einfahrenden ausländischen Gäste: Hans-Erik Larson aus Dänemark, Maily Frieden und Jean-Paul Dieschbourg aus Luxemburg und Jacqueline Demmerle-Perard aus Frankreich.
Nach der Siegerehrung des Fahrturniers wurde das Wiegequiz aufgelöst. Die Eselin Leika wurde von den Besuchern zwischen 92 und 480 kg geschätzt. Dem tatsächlichen Gewicht von 187 kg kam Bianca Glück aus Kraichtal mit geschätzten 186,5 kg am nächsten. Herzlichen Glückwunsch.
Dann gab Wolfgang Dickgießer bekannt, welche Tiere beste Tiere des Treffens wurden. Bester Hengst wurde Robby von Sarah Ebeling. Beste Stute wurde Claudia von Jean-Paul Dieschbourg. Bester Wallach und bestes Tier des Treffens wurde Felix von zwei Linden von Brigitte Brandt.
Schließlich folgte der Höhepunkt des Programms, Carmen Dickgießer mit ihrer „Ungarischen Post“. Auf den Kruppen von Moritz und Leopold stehend und mit Lucy als Voresel fegte sie im Galopp über den Platz.
Zum Finale kamen noch einmal alle Mitwirkenden auf den Platz.
Ein gelungenes Treffen ging bei strahlendem Sonntagswetter zu Ende.

Nun was bleibt noch zu erzählen?
Petra Maurer und Dagmar Karle haben mit ihren Helfern unseren Infostand betreut und wahrscheinlich wenig vom Treffen mitbekommen, ebenso wie die „Zwei“ von der Meldestelle.
Martina Belzer und Birgit Busigel haben kompetent und aufmerksam das Programm moderiert, so daß auch für Laien viel „Esel“ rüber kam.
Der Reit- und Fahrverein hat dafür gesorgt, daß niemand verhungern oder gar verdursten mußte.
Zum Schluß ein großes Dankeschön auch an Manuela und Thomas Günther, die mit ihrem Straßenkehreresel dafür sorgten, daß Forst die Esel und nicht deren Äpfel in Erinnerung behält.

PS: Wenn diese Eselpost erscheint, werden die beiden Fernsehbeiträge „Hundkatzemaus“ bei VOX und „Treffpunkt Südwest“ bei SWR3 – Baden Württemberg schon gesendet sein. Auch ARTE wollte mit einem Team zum Esel- und Mulitreffen kommen, was aber aus Termingründen nicht klappte. Trotzdem möchte ich euch den Beitrag „ALLEZ DOUDOU! – Die Wiederentdeckung der Esel“ in der Reihe „arte – entdeckungen“ am 3. November um 19.00 Uhr ans Herz legen.