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Großer weißer ägyptischer Esel
In Deutschland werden Esel bis zu einem Stockmaß von 130 cm nur nach ihrer Größe eingeteilt. Bei den Groß-Esel-Rassen über 130 cm gibt es genauere Rasseeinteilungen, da diese noch in kleineren Beständen nach genaueren Standards gezüchtet und in Zuchtbücher eingetragen werden. Werden Ihnen Groß-Esel mit Papieren angeboten, so muß auf diesen die ausstellende Behörde oder das Gestüt im Herkunftsland stehen. Da die Preise für solche Esel oft sehr hoch sind, lohnt es sich vor dem Kauf bei dieser Stelle das Papier auf seine Echtheit hin prüfen zu lassen.
Die Einteilung geschieht folgendermaßen:
Zwerg-Esel bis 105 cm
Normal-Esel bis 130 cm
Groß-Esel größer als 131 cm
Esel, die einer Rasse angehören, gibt es sonst so gut wir überhaupt nicht. Hier lassen manche Eselverkäufer ihrer Phantasie freien Lauf. Einer Rasse gehört ein Tier nur an, wenn es das Papier eines offiziellen Stutbuchs hat. Solche Papiere werden nie nachträglich ausgestellt.
Während die Farbe bei den Groß-Eseln ein Rassemerkmal ist, kommen die Zwerg- und Normal-Esel in verschiedenen Farben vor. Wir kennen reinweiße, graue, schwarze, braune und gescheckte Esel, wobei die Farbe noch in zahlreichen Schattierungen vorkommt. Das schwarze Schulterkreuz tragen fast alle Esel, auch die Zebrastreifung der Beine ist keine Seltenheit. Andere Abzeichen wie beim Pferd, z.B. Blesse, Schnippe oder Flocke findet man weniger.
Albino-Esel sind keine Rasse, sondern ein genetischer Ausrutscher und dies kann immer wieder einmal passieren.
Im folgenden sind die wichtigsten Groß-Esel-Rassen beschrieben, die heute noch vorwiegend in ihren Ursprungsregionen gehalten und gezüchtet werden. Alle Groß-Esel-Rassen sind vom Aussterben bedroht und ihre Zahl sinkt weltweit.

Poitou-Hengst Prince im Zoo von Mulhouse/Frankreich Foto Barbara Bank
Der Poitou-Esel
Stockmaß: 135 bis 155 cm, Röhrbein: 22 bis 27 cm. Farbe: dunkelbraun mit goldgelben Fellflecken. Weißes Maul, Augenringe und Bauch.
Kurzer Kopf und Hals, starker Körper mit geraden Rücken und großer runder Kruppe, große, offene langbehaarte Ohren. Langes bis sehr langes weiches Fell.
Wird allgemein mit über 400 kg als der schwerste Esel der Welt bezeichnet.
Der Poitou-Esel wurde jahrhundertelang in Frankreich zur Zucht von Maultieren verwendet.Viele Menschen aus dem In- und Ausland möchten heute einen solchen Esel haben. So kommt es, daß es fast unmöglich ist einen rein rassigen Poitou-Esel zu bekommen. Die Preise sind enorm gestiegen und viele normale Eselstuten werden von zum Teil auch nicht reinrassigen Hengsten gedeckt. So kommt es zu einer unübersehbaren Menge an Mischlingen, welche auch zu einer großen Zahl die Erbkrankheiten der äußerst empfindlichen reinen Tiere tragen.
Mehr Informationen über den Mythos über den Esel von Poitou finden Sie hier oder auch als PDF "Mythos Poitou"
Die UPRA kümmert sich um den Rassenerhalt der Poitou Esel und der Mulassier Pferde und deren Maultiere Hier der Link zur UPRA
Sehr engagierte amerikanische Züchterin Debbie Hamilton. Hier gehts zu ihrer Website Poitou-Seite aus USA

Katalanen Hengst von Juan Gasso in Spanien Foto Barbara bank
Katalanischer Groß-Esel
Stockmaß bis 160 cm, Röhrbein bis 22 cm bei Hengsten, bis 20 cm bei Stuten. Gewicht 350 bis 380 kg.
Farbe: schwach getöntes Schwarz mit rosinenfarbigen Partien und Kastanienbraun mit weiß-silbrigen Augenumrandungen, Maul und Unterbauch.
Auch hier werden viele Tiere unter dem Rasse-Namen angeboten ohne dieser Rasse wirklich anzugehören. Katalanen werden nur im spanischen Stutbuch eingetragen.
Der katalanische Esel wird als der größte Esel bezeichnet. Allgemein hat der Katalane einen schmalen, langgestreckten und doch harmonischen Körperbau mit kräftigen Gliedmaßen. Früher war er unverzichtbares Nutztier in der Land- und Forstwirtschaft und wurde zur Maultierzucht eingesetzt. Er wurde in viele Länder zur Veredelung bodenständiger Rassen exportiert. Hauptzuchtgebiet ist heute die Gegend um Girona Banyolas. Nach dem zweiten Weltkrieg rapider Rückgang der Bestände. Geschätzter Bestand reinblütiger Tiere ist heute weltweit etwa 150 Exemplare. Seit 1978 Erhaltungsbemühungen durch eine Organisation.

Andalusischer Groß-Esel
Stockmaß bis 150 cm, Farbe: variiert von reinweiß bis zum Apfelschimmel.
Kein Schulterkreuz, keine Beinstreifen, weiches feinhaariges Fell.
Gewicht: bis 400 kg bei Hengsten.
Harmonischer Gesamteindruck. Früher in ganz Andalusien verbreitet. Nutzung in der Landwirtschaft, zur Maultierzucht und als Last- und Transporttier. Wahrscheinlich stammt er von den großen, weißen Ägyptischen Eseln ab. Im Raum Cordoba entwickelte sich eine bodenständige Rasse, die sich bis Sevillia ausbreitete. Er wurde in viele andere Länder exportiert, vor allem nach Nordafrika und in die Vereinigten Staaten. Seit den 70er Jahren erschreckender Rückgang der Bestände, vorhanden sind nach Schätzungen noch einige hundert reinrassige Tiere, die Zahlen sinken jedoch Jahr für Jahr. Keine Erhaltungsbemühungen durch den spanischen Staat. Aber es gibt jetzt eine private Organisation, die sich mit der Erhaltung der Rasse bemüht.

Martina Franca Hengst im Staatsgestüt von Foggia/Italien Foto: Barbara Bank
Martina-Franca-Esel
Stockmaß: bei Hengsten bis 155 cm
Gewicht: bis 380 kg
Farbe: schwarz mit weißen Abzeichen an den Augenrändern, der Schnauze und dem Unterbauch, ähnelt dem katalanischen Groß-Esel, ist jedoch im Gesamteindruck feingliedriger.
Süditalienische Eselrasse, auch als Puli-Esel bekannt. Hauptzuchtgebiet ist Apulien mit den Provinzen Taranto, Bari und Brindisi.
Über Jahrhunderte wichtigstes landwirtschaftliches Nutztier, durch die Motorisierung, insbesondere nach dem zweiten Weltkrieg, verdrängt. Keine genaue Bestandszahlen, jedoch deutlicher Rückgang der Rasse in den letzten zehn Jahren. Leider landen unzählige dieser Esel in den Schlachthäusern Süditaliens. Seit kurzem Erhaltungsbemühungen durch eine neugegründete Gesellschaft.

Foto mit freundlicher Genehmigung durch Bildagentur Helga Lade
Großer weißer ägyptischer Esel
Stockmaß: 120 cm bis 140 cm
Farbe: weiß bis sehr helles Grau
Kein Schulterkreuz, keine Beinstreifen, leichter, eleganter Körperbau.
In vielen Gegenden des "Morgenlandes" hielt man die Eselrassen rein, wie die des edelsten Pferdes. Wie die arabischen Pferde galten die arabischen Esel als die besten der Welt. Europäer, die zum ersten Mal den Orient besuchten, rühmten die Anmut und den Adel ihrer Bewegung, ihren Stolz und ihr Feuer. Die vornehmsten Damen ritten auf Eseln der höchsten Preisklasse, das Zaumzeug glänzte golden und silbern, ein prachtvoller Teppich bedeckte den Rücken und Kruppe der Tiere.

Black Bart einer der besten Hengste dieser Rasse
Amerikanischer Mammoth Jack
Bis zum Jahre 1819 nannte sich die Rasse "American Jack Stock". Dann kam ein katalanischer Eselhengst aus Spanien, mit Namen "Mammoth". Er hatte ein Stockmaß von 160 cm und seine Nachzucht war genauso groß und größer. Die Rasse bekam seinen Namen. Vor ihm waren schon mehrere Malteser-Esel und einige spanische Esel in die Rasse eingekreuzt worden. Später wurde auch ein Poitou-Hengst namens "Kaki" importiert, der mit außergewöhnlichen 162 cm Stockmaß in die Mammoth Rasse eingekreuzt wurde.
Der "American Mammoth Jack" (diese Tiere werden in Amerika nicht als Esel sondern als "Mammoth Jack" bezeichnet) sollte mindestens ein Stockmaß von 150 cm haben, 22 cm Röhrbein und 88 cm "Ohrlänge" von der einen Ohrspitze bis zur anderen gemessen. Die Knochen sollen nicht zu stark sein, auf die Muskulatur wird sehr viel Wert gelegt. Sein Fell ist dunkelbraun mit weißen Abzeichen.
Heute werden auch andere Farben zugelassen.
Er wird sowohl zur Maultierzucht wie auch als Reit-und Zugtier eingesetzt.
Der Mammoth Jack ist die einzige echte Rasse in Amerika, andere Esel haben einen Standard wie bei uns nach Größen gegliedert:
Miniature Donkey bis 92 cm
Standard Donkey bis 122 cm
Large Standard Donkey über 122 cm
Der verwilderte Haus-Esel wird als "Burro" bezeichnet.

Maultier und Maulesel
Von Pferdekennern hört man viel negatives über Mulis, doch Erfahrungen im Umgang mit diesen Tieren und eine objektive Einstellung zu diesen haben nur Wenige. Menschen, die mit Maultieren arbeiten, sie züchten oder täglich mit ihnen zu tun haben, erzählen so verständnisvoll und positiv von ihren Tieren, aber das war wohl auch schon immer so.
Der wahrscheinlich älteste Beleg für die Zucht eines Maultieres stammt aus dem 15. Jahrhundert v. Chr.
Das Maultier ist ein Nachkomme aus Pferdestute und Eselhengst, beim Maulesel ist die Mutter eine Eselstute und der Vater ein Pferde- oder Ponyhengst. ber den Unterschied der beiden Tiere wird viel gerätselt und gefachsimpelt. Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, daß es vermutlich keinen Unterschied gibt, wenn zur Zucht Elterntiere aus den gleichen Rassen verwendet werden. Es ist auch allgemein bekannt, daß Maultiere unfruchtbar sind, doch es gibt schon lange Berichte über fohlende Maultierstuten. In Amerika hat man nachweislich mit den weiblichen Nachkommen eines Maultieres Fohlen gezogen.
Hinweise aus China besagen, daß dort 50 % der Paarungen bei Mauleselinnen erfolgreich seien, bei Maultierstuten sogar 60 bis 70 %. Für die Fruchtbarkeit von männlichen Tieren gibt es keinen Nachweis. Das Sexualverhalten bei Stuten und Hengsten ist, trotz ihrer weitgehenden Sterilität, völlig normal.
Maultiere sind Hybriden, das heißt, sie müssen immer aus zwei verschiedenen Rassen gekreuzt werden. Wie bei allen Hybriden ist auch bei Maultieren die Weiterzucht ein Risiko, denn Nachzuchttiere sind in ihrer Qualität unkalkulierbar und erreichen nie die Güte des Hybriden. Das ist wohl auch ein Grund, warum die Fruchtbarkeit von Maultieren nicht interessant war.
Bei der Maultierzucht wollte man die positiven Eigenschaften von Pferd und Esel vereinen. Nachweislich sind Maultiere im Vergleich zum Pferd: langlebiger, leichtfuttriger, von gesundheitlich besserer Kondition, trittsicherer und temperaturunempfindlicher und längst nicht so feuchtigkeitsempfindlich wie der Esel.
Natürlich ist das Maultier kein Wundertier, es hat auch seine Nachteile. ¥hnlich wie der Esel schließt sich das Maultier dem Menschen an, behält sich aber vor, sich in bestimmten Situationen nicht dem Menschen bedingungslos unterzuordnen, sondern seine eigene Entscheidung zu treffen. Doch ein verständnisvoller Trainer kann ein Maultier zu einem zuverlässigen Arbeitstier ausbilden.
Das Maultier wird dann vertrauensvoll für ihn arbeiten und auch in gefährlichen Situationen zu ihm stehen.
Ein ungeduldiger, oder jähzorniger Mensch sollte besser die Finger von diesen Tieren lassen, denn durch falsche Erziehung wird das Maultier sicher zu einem, oft beschriebenen, unzuverlässigen beißenden Vieh.
In Deutschland werden Maultiere nicht gezielt gezüchtet, in der Schweiz gibt es ein leichteres Maultier aus Freiberger Stuten und italienischen, oder französischen Eselhengsten, das sich als Freizeitreittier eignet.
In Frankreich wird seit langem aus Mulassier-Stute und Poitou-Esel das Poitou-Maultier gezüchtet. Es entspricht dem Kaltbluttyp und ist mit einem Stockmaß von rund 160 cm und einem Gewicht von rund 700 kg das schwerste Maultier. Bei dieser Rasse werden die Elterntiere in Zuchtbüchern eingetragen und auch das Maultier erhält staatliche Papiere. Das Poitou-Maultier eignet sich als Zug-, Trag- und Reittier. In Spanien wird der katalanische Groß-Esel als Deckhengst fast ausschließlich mit Stuten der hispano-bretonischen Rasse, einem mittelschweren Kaltblut, für die Maultierzucht verwendet.
In Italien wird aus dem Martina-Franca-Eselhengst und dem Pferd der Murge ein landestypisches Maultier gezüchtet.
Aus dem Peca-Esel und dem Mongalarga Marchador wird in Süd-Amerika ein edles töltendes Maultier gezüchtet.
Auch in den Vereinigten Staaten von Nordamerika hat die Maultierproduktion eine lange Tradition. Mulis gibt es dort in allen Größen und für jeden Verwendungszweck. Leichtfüßige Renn-Mulis werden dort ebenso gezüchtet wie Zwerg-Mulis oder die schweren Kaltblut-Maultiere.
Besonders begehrt sind die fuchsfarbigen Zug-Mulis aus amerikanischen Belgiern und dem amerikanischen Mammoth-Jack.
Maultiere sowie Maulesel sind sehr sensible Tiere. Ein einmal verdorbenes Tier ist nur sehr schwer zu korrigieren. Deshalb sollte man sich sein Maultier vor dem Kauf genauestens anschauen und alles selbst ausprobieren, was es laut Verkäufer können sollte.
Die Auswahl an Maultieren ist bei uns nicht groß, da die traditionelle Nachfrage für landwirtschaftliche oder militärische Einsätze immer mehr nachläßt. Es ist ein Fehler, wenn man ein Tier kauft, das den eigenen Vorstellungen nicht entspricht.
Verdorbene, oder alte unausgebildete Tiere sollte man auch nicht dem armen Verkäufer oder dem armen Tier zuliebe kaufen.
Ein Maultier bzw. Maulesel wird bis zu 40 Jahre alt und kann meist bis ins hohe Alter arbeiten, da lohnt es sich auch länger nach einem geeigneten Muli zu suchen. Denn diese Zeit soll für den Halter und das Maultier eine schöne Zeit werden, in der beide viel Spaß miteinander haben.
Mehr dazu unter der Seite Maultier
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